Kurz-Antwort: Besser ist der Grill, der zum eigenen Alltag passt. Der Holzkohlegrill ist günstiger in der Anschaffung, wird sehr heiß und liefert das typische Raucharoma, braucht aber gut eine halbe Stunde Vorlauf. Der Gasgrill ist nach 10–15 Minuten bereit, lässt sich genau regeln und kostet pro Grillabend etwas weniger, dafür zahlt man beim Kauf mehr. Gesünder ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung eher Gas oder Elektro (weniger PAK im Grillgut), mit indirektem Grillen bekommt man das aber auch mit Holzkohle gut in den Griff.
Inhaltsverzeichnis
Holzkohlegrill und Gasgrill im Vergleich
Beides hat seine Berechtigung. Hier die wichtigsten Punkte nebeneinander, Preise als grobe Preisklassen (Stand November 2026):
| Holzkohlegrill | Gasgrill | |
|---|---|---|
| Anschaffung | Kugelgrill 47 cm um 80–100 €, 57 cm um 200–250 € | Tischgasgrill um 250–330 €, Grillwagen mit drei Brennern um 400–600 € |
| Kosten pro Grillabend | rund 4–5 € (2 kg Briketts plus Anzünder) | gut 1 € (etwa 0,5 kg Propan) |
| Aufheizzeit | 25–40 Minuten (Kamin plus Vorheizen) | 10–15 Minuten |
| Hitze | sehr hohe Strahlungshitze direkt über der Glut | hoch, je nach Modell mit eigener Sear-Zone |
| Temperatur regeln | über Lüftung und Kohlemenge, braucht Übung | per Drehknopf, sehr genau |
| Geschmack | typisches Raucharoma, in Blindtests meist erkannt | Röstaromen ja, Raucharoma kaum (Räucherbox hilft) |
| Reinigung | Asche entsorgen, Rost bürsten | Rost bürsten, Fettwanne leeren, keine Asche |
| Balkon | oft per Hausordnung verboten, raucht beim Anheizen | meist unproblematischer, Gasflasche richtig lagern |
| Mobil | kleine Kugelgrills leicht mitzunehmen | Kartuschen- oder Flaschenanschluss nötig |
Was kostet ein Grillabend mit Kohle, Gas und Strom?
Viele glauben, Gas ist teuer und Kohle billig. Beim Grillabend selbst ist es eher umgekehrt. Gerechnet wird mit einem typischen Abend: vorheizen und gut eine Stunde grillen.
Holzkohlegrill
Für einen 57er Kugelgrill nennt Weber etwa 2 kg Briketts, das ist ein voller großer Anzündkamin. Ein 10-kg-Sack Buchenholzkohle oder Briketts kostet im Baumarkt um 20 Euro, also rund 2 Euro pro Kilo (Stand November 2026). Das sind:
- 2 kg × 2 €/kg = 4 Euro, plus ein paar Cent für zwei, drei Anzündwürfel.
Premiumkohle um 3 Euro pro Kilo macht daraus 6 Euro. Was wirklich spart: Nach dem Grillen alle Lüftungen und den Deckel schließen. Die Glut erstickt, und die Restkohle kann man beim nächsten Mal wiederverwenden.
Gasgrill
Als Beispiel ein Weber Spirit E-325 mit drei Brennern und zusammen 9,1 kW. Propan hat einen Heizwert von rund 12,9 kWh pro Kilo. Auf voller Leistung verbrennt der Grill also etwa 9,1 ÷ 12,9 = 0,7 kg Gas pro Stunde.
- 15 Minuten vorheizen auf voller Leistung: 0,7 × 0,25 = rund 0,18 kg
- eine Stunde grillen auf etwa halber Leistung: rund 0,35 kg
- zusammen etwa 0,5 kg Propan
Eine Füllung für die 11-kg-Tauschflasche kostet im Baumarkt um 25–29 Euro, also rund 2,30–2,60 Euro pro Kilo (Stand November 2026). Macht gut 1 Euro pro Abend. Kleine Tischgrills mit Kartusche verbrauchen weniger Gas, Kartuschengas ist pro Kilo aber deutlich teurer.
Zum Vergleich: Elektrogrill
Ein Balkon-Elektrogrill wie der Weber Lumin Compact hat 2,2 kW. Selbst wenn er 75 Minuten durchgehend volle Leistung zieht, sind das 2,2 × 1,25 = 2,75 kWh. Beim durchschnittlichen deutschen Haushaltsstrompreis von 37 Cent pro kWh (BDEW, 2026) sind das höchstens rund 1 Euro, in der Praxis weniger (der Thermostat schaltet zwischendurch ab).
Unterm Strich kostet ein Kohleabend ein paar Euro mehr. Bei 20 Grillabenden im Jahr sind das um die 60 Euro Unterschied. Der Gasgrill kostet dafür beim Kauf meist ein paar hundert Euro mehr, bis sich das ausgleicht, vergehen Jahre.
Was schmeckt besser: Holzkohle oder Gas?
Bei einem Würstel, das in zehn Minuten fertig ist, merken es weniger Leute, als man glaubt. Bei längerem Grillen über der Glut schon. Das Schweizer Konsumentenmagazin Kassensturz hat dazu eine Blindverkostung gemacht: 37 Leute, Kalbsbratwürste von Holzkohle-, Gas- und Elektrogrill. Über 70 Prozent haben die Holzkohle-Wurst erkannt, 52 Prozent fanden sie am besten. Gas- und Elektro-Würste wurden dagegen oft verwechselt. Der Test ist von 2007 und keine Wissenschaft, zeigt aber eine klare Richtung.
Woher kommt der Unterschied? Röstaromen (die braune Kruste) entstehen auf jedem heißen Rost. Das Raucharoma entsteht, wenn Fett und Saft auf die Glut tropfen und verdampfen, und durch den Rauch der Kohle selbst. Beim Gasgrill tropft das Fett auf Abdeckbleche über den Brennern, das bringt etwas, aber weniger. Wer am Gasgrill mehr Rauch will, legt eine Räucherbox mit Räucherchips über einen Brenner. Das hilft, ersetzt Holzkohle aber nicht ganz.
Was ist gesünder: Holzkohlegrill oder Gasgrill?
Beim Grillen können gesundheitlich bedenkliche Stoffe entstehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt vor allem drei:
- PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Sie entstehen bei unvollständiger Verbrennung von Holzkohle und vermehrt, wenn Fett oder Öl in die Glut tropft. Der Rauch trägt sie ans Grillgut. Laut BfR kann ein Gas- oder Elektrogrill anstelle eines Holzkohlegrills mit geringeren PAK-Gehalten im Grillgut einhergehen.
- HAA (heterozyklische aromatische Amine): Sie bilden sich bei Fleisch und Fisch, wenn es stark erhitzt wird, laut BfR über etwa 150 °C. Das betrifft jeden Grill, unabhängig vom Brennstoff.
- Acrylamid: Entsteht vor allem bei stärkehaltigem Grillgut wie Kartoffeln oder Brot, ab etwa 120 °C, stark ansteigend ab 170–180 °C. Auch das ist eine Frage der Temperatur, nicht des Brennstoffs.
Auf dem Papier liegt Gas also vorn. In der Praxis kommt es aber stark darauf an, wie man grillt. Eine ältere Laboruntersuchung des Westschweizer Fernsehens, über die Kassensturz berichtet hat, fand die höchsten PAK-Werte übrigens nicht am Holzkohlegrill, sondern an einem Gasgrill mit waagrechtem Brenner. Ohne nachweisbare Schadstoffe blieben dagegen ein Gasgrill mit senkrechtem Brenner, ein Elektrogrill sowie Steinplatte und Aluschale. Der Brennstoff allein entscheidet also nicht.
Was auf jedem Grill hilft:
- Bei Holzkohle warten, bis die Kohle durchgeglüht ist und nicht mehr qualmt. Erst dann das Grillgut auflegen.
- Fettes Grillgut und Mariniertes indirekt grillen oder in einer Grillschale, damit nichts in die Glut tropft.
- Marinade vor dem Grillen gut abtropfen lassen.
- „Vergolden statt verkohlen“, sagt das BfR. Schwarze Stellen abschneiden, nicht mitessen.
- Bei Aluschalen erst nach dem Grillen salzen und würzen.
Wer gelegentlich grillt und diese Punkte beachtet, muss sich wegen der Holzkohle keine großen Sorgen machen. Wer jede Woche grillt und das Thema ernst nimmt, ist mit Gas oder Elektro etwas auf der sichereren Seite.
Aufheizen und Bedienung im Alltag
Hier gewinnt der Gasgrill klar. Ventil auf, Zündknopf, Deckel zu, nach 10–15 Minuten ist er heiß. Die Temperatur stellt man am Drehknopf ein, und wenn man fertig ist, dreht man ab. Für den schnellen Feierabend unter der Woche ist das schwer zu schlagen.
Beim Holzkohlegrill rechnet man mit 15–20 Minuten für Holzkohle im Anzündkamin, bei Briketts 25–40 Minuten, plus ein paar Minuten Vorheizen. Wie das am schnellsten und sichersten geht, steht unter Grill anzünden. Die Temperatur steuert man über Lüftung und Kohlemenge. Das braucht ein paar Grillabende Übung, dann ist es kein Hexenwerk. Wer langsam bei 110 °C räuchern will, ist mit Briketts im Kugelgrill oder Smoker sogar besser dran, weil die Glut stundenlang ohne Gasflasche hält.
Reinigung
Beim Holzkohlegrill fällt Asche an. Die muss vollständig auskühlen (am besten über Nacht), bevor sie entsorgt wird. Danach Rost bürsten, fertig. Beim Gasgrill gibt es keine Asche, dafür eine Fettwanne, die man regelmäßig leeren sollte, und Brenner und Abdeckbleche, die ab und zu sauber gemacht werden wollen. Eine eingebrannte Fettwanne ist auch ein Brandrisiko. Vom Aufwand nehmen sich beide nicht viel. Tipps für den Rost: Grillrost reinigen.
Und auf dem Balkon?
Auf dem Balkon ist der Gasgrill meist die entspanntere Wahl, ein Elektrogrill noch mehr. Der Holzkohlegrill qualmt beim Anheizen, und viele Hausordnungen verbieten Holzkohle am Balkon ausdrücklich. Was erlaubt ist und welcher Grill passt: Grill für den Balkon.
Kann man nicht einfach beides haben?
Kann man. Kombigrills haben Gasbrenner und eine eigene Holzkohlekammer. Ein Beispiel aus unseren Tests ist der Jamestown Drake: drei Gasbrenner, Holzkohlekammer mit höhenverstellbarer Wanne, dazu eine kleine Räucherkammer, um 600 Euro bei OBI (Stand November 2026). Der Haken: zwei Meter breit und 85 Kilo schwer. Wer den Platz hat, bekommt sehr viel Grill fürs Geld. Für den kleinen Garten sind zwei getrennte Grills (etwa ein Kugelgrill und ein kleiner Tischgasgrill) oft flexibler.
Meine Empfehlung: Welcher Grill für welchen Grilltyp?
| Du bist … | Meine Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Feierabend-Griller unter der Woche | Gasgrill | in 15 Minuten heiß, genau regelbar, schnell wieder aus |
| Wochenend-Griller, der Zeit hat | Holzkohle-Kugelgrill 57 cm | Geschmack, direkt und indirekt, günstig in der Anschaffung |
| Low & Slow, Pulled Pork, Ribs | Holzkohle (Kugelgrill, Smoker, Kamado) | Rauch und stundenlange, stabile Glut |
| Familie, oft acht Leute und mehr | Gasgrillwagen oder großer Holzkohle-Grillwagen | große Fläche, mehrere Zonen |
| Balkon in der Stadt | Elektrogrill, sonst kleiner Gasgrill | wenig Rauch, meist erlaubt |
| Camping und Ausflug | kleiner Holzkohle-Kugelgrill oder Kartuschen-Gasgrill | leicht, unabhängig |
| Kann sich nicht entscheiden | Kombigrill oder Kugelgrill plus kleiner Gasgrill | beides, je nach Tag |
Meiner Meinung nach ist ein 57er Holzkohle-Kugelgrill die beste Wahl, wenn es nur ein Grill sein soll (vorausgesetzt, man hat die Zeit fürs Anheizen). Wer aber weiß, dass er unter der Woche nicht eine halbe Stunde auf die Glut wartet, wird mit einem Gasgrill öfter grillen. Und ein Grill, der benutzt wird, ist besser als einer, der unter der Abdeckhaube steht. Passende Gasgrills stehen unter Bester Gasgrill bis 500 Euro, die Holzkohle-Seite im Überblick unter Holzkohlegrill: Kaufberatung und Arten.
Häufige Fragen
Ist ein Holzkohlegrill oder ein Gasgrill besser?
Keiner ist pauschal besser. Holzkohle bringt mehr Aroma und ist in der Anschaffung günstiger, Gas ist schneller, einfacher zu regeln und am Balkon unproblematischer. Wer selten Zeit hat, grillt mit Gas öfter.
Was ist gesünder, Holzkohlegrill oder Gasgrill?
Laut BfR kann ein Gas- oder Elektrogrill mit geringeren PAK-Gehalten im Grillgut einhergehen. Mit durchgeglühter Kohle, indirektem Grillen und Grillschalen für fettes Grillgut lässt sich das Risiko aber auch am Holzkohlegrill deutlich verringern.
Schmeckt man den Unterschied wirklich?
Meistens ja. In der Blindverkostung von Kassensturz haben über 70 Prozent die Holzkohle-Wurst erkannt, Gas und Elektro wurden oft verwechselt. Bei kurz gegrilltem Gemüse oder dünnem Fleisch ist der Unterschied kleiner.
Ist Grillen mit Gas teurer als mit Kohle?
Pro Abend nicht. Ein Gasgrill mit drei Brennern braucht etwa ein halbes Kilo Propan, das kostet gut 1 Euro. Ein Kugelgrill braucht rund 2 kg Briketts für etwa 4 Euro (Stand November 2026). Teurer ist der Gasgrill beim Kauf.
Kann man auf dem Gasgrill räuchern?
Ja, mit einer Räucherbox mit Räucherchips über einem Brenner. Das gibt etwas Rauch, aber nicht so viel wie Holzkohle oder ein Smoker. Für echtes Low & Slow mit viel Rauch ist Holzkohle besser geeignet.