Grill einbrennen: Anleitung für Smoker, Holzkohlegrill, Gasgrill und Gussrost

Von Haris Z. - zuletzt aktualisiert am 2. November 2026
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon. Kaufst du über so einen Link, bekommen wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Mehr dazu

Kurz-Antwort: Einbrennen brauchen vor allem Smoker aus blankem Stahl und unbeschichtete Gussroste. Den Smoker streicht man innen dünn mit raffiniertem Raps- oder Sonnenblumenöl ein und heizt ihn 2–3 Stunden bei 120–150 °C mit geschlossenem Deckel. Gussroste werden bei 200–250 °C zwei- bis dreimal je etwa 45 Minuten eingebrannt. Emaillierte Kugelgrills, Gasgrills und pulverbeschichtete Grills wie der Tepro Toronto werden nur ausgebrannt, damit Produktionsreste verschwinden.

Zum Einbrennen kommen viele Fragen, und die meisten davon zum Tepro Toronto. Die Unsicherheit ist verständlich: Die Anleitungen der Hersteller sind knapp, im Netz liest man alles von „unbedingt“ bis „völliger Blödsinn“. Die Wahrheit liegt dazwischen und hängt vom Material ab. Hier steht, welcher Grill es wirklich braucht, mit welchem Öl, bei welcher Temperatur und wie lange.

Einbrennen oder Ausbrennen: Was ist der Unterschied?

Einbrennen heißt: Öl wird dünn auf blankes Metall aufgetragen und durch Hitze zu einer festen, dunklen Schicht, der Patina. Die schützt vor Rost und sorgt dafür, dass weniger anklebt. Das brauchen nur Oberflächen ohne eigene Beschichtung, also blanker Stahl und rohes Gusseisen.

Ausbrennen heißt: Der neue Grill wird einmal ohne Grillgut richtig heiß gemacht, damit Öl- und Fettreste aus der Produktion, Schutzwachs und Ausdünstungen vom hitzefesten Lack verbrennen. Das ist bei jedem neuen Grill sinnvoll und dauert meist nur eine halbe Stunde.

Grill einbrennen: Temperatur, Dauer und Öl je Grilltyp

GrilltypTemperaturDauerÖl
Smoker aus Stahl (Offset, Feuerbox seitlich)120–150 °C, zum Schluss kurz bis ca. 200 °C2–3 Stundenraffiniertes Raps- oder Sonnenblumenöl, innen dünn
Pulverbeschichteter Holzkohlegrill (z. B. Tepro Toronto)100–200 °C, laut Tepro nie über 260 °Cmind. 1–2 Stunden (Herstellerangabe)kein Öl auf den Lack, nur den Rost bei Bedarf
Emaillierter Kugelgrill (z. B. Weber)volle Hitzeca. 30 Minuten ausbrennenkeins
Gasgrillalle Brenner auf höchster Stufeca. 20–30 Minuten ausbrennenkeins, außer bei rohem Gussrost
Gussrost unbeschichtet200–250 °Cca. 45 Minuten pro Durchgang, 2–3 Durchgängeraffiniertes Raps- oder Sonnenblumenöl, hauchdünn
Gussrost emailliert / Edelstahlrostvorheizen10–15 Minutennicht nötig

Sagt die Anleitung des Grills etwas anderes, gilt die Anleitung (sie entscheidet im Zweifel auch über die Garantie).

Mit welchem Öl den Grill einbrennen?

Am besten ein raffiniertes, geschmacksneutrales Öl. Rapsöl oder Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt passt, beides ist billig und verträgt hohe Temperaturen. Kaltgepresste, native Öle fangen viel früher an zu rauchen, verkleben eher und können ranzig werden. Olivenöl extra vergine ist zum Einbrennen zu schade und zu empfindlich, Butter sowieso.

Ungefähre Rauchpunkte, also die Temperatur, ab der ein Öl sichtbar zu qualmen beginnt. Die Angaben schwanken je nach Quelle und Qualität deutlich und sind als Richtwerte gemeint (Quellen: Yumda Lexikon, AOK):

ÖlRauchpunkt ca.Zum Einbrennen
Rapsöl, raffiniert190–230 °Csehr gut
Sonnenblumenöl, raffiniert210–250 °Csehr gut
Erdnussöl, raffiniertca. 230 °Cgut, aber teurer
Rapsöl, kaltgepresstca. 105–160 °Cnein
Sonnenblumenöl, kaltgepresstca. 105 °Cnein
Olivenöl, nativ extraca. 160–210 °Ceher nicht
Leinölca. 105 °CSpezialfall, siehe unten

Auf Leinöl schwören manche Gusseisen-Fans, weil es eine sehr harte Schicht bildet. Meiner Meinung nach ist das für den Grill übertrieben: teuer, empfindlich in der Lagerung, und wird die Schicht zu dick, blättert sie gern ab. Raffiniertes Rapsöl macht den Job.

Wichtiger als die Ölsorte ist die Menge. So wenig auftragen, dass die Fläche nur noch matt glänzt, und mit einem Küchentuch nachwischen. Pfützen und Tropfen werden klebrig statt hart.

Smoker einbrennen: Schritt für Schritt

Wenn man einen neuen Smoker zum ersten Mal öffnet und innen mit der Hand über den Stahl streicht, merkt man schnell, wie rau er ist. Das blanke Blech ist offenporig und rostet ohne Schutz schnell. Beim Einbrennen setzen sich Öl, Rauch und Ruß in diese Oberfläche und versiegeln sie. Diese Schicht schützt den Smoker und tut auch dem Geschmack der ersten Smokes gut. Idealerweise nimmt man sich dafür einen Nachmittag Zeit (mit Abkühlen etwa 3–4 Stunden).

  1. Reinigen. Garkammer, Feuerbox und Roste mit warmem Wasser und etwas Spülmittel auswischen (gegen Produktionsöl und Metallstaub), gut trocknen lassen.
  2. Dünn einölen. Innenwände, Deckelinnenseite und Roste mit raffiniertem Raps- oder Sonnenblumenöl einpinseln, Überschuss abwischen. Die lackierte Außenseite bleibt ohne Öl.
  3. Feuer machen. Eine Ladung Holzkohle im Anzündkamin durchglühen lassen und in die Feuerbox geben. Bei Smokern aus dünnem Blech nur Kohle und kein Holz (Holz macht schnell zu viel Hitze, dünnes Blech kann sich verziehen oder der Lack Schaden nehmen). Bei dickwandigen Stahl-Smokern kann man gegen Ende ein, zwei Holzstücke dazugeben.
  4. Temperatur halten. Deckel zu, Kamin offen, mit der Zuluft an der Feuerbox auf 120–150 °C regeln. Zu heiß: Zuluft schließen, nicht den Kamin. Temperatur fällt: Zuluft öffnen oder etwas Kohle nachlegen.
  5. 2–3 Stunden laufen lassen. In der letzten halben Stunde darf es kurz Richtung 200 °C gehen, damit sich auch Lackausdünstungen erledigen. Höher sollte man bei einem günstigen Smoker nicht gehen.
  6. Abkühlen und nachölen. Den Smoker auskühlen lassen, innen und die Roste nochmals hauchdünn einölen. Dann kann der erste richtige Smoke kommen.

Ehrlicherweise: Bei 120–150 °C entsteht keine harte Patina wie bei einer Gusspfanne. Der eigentliche Schutz baut sich über die ersten Smokes mit Fett und Rauch auf. Das Einbrennen sorgt dafür, dass der Start sauber ist und das Blech nicht gleich nach der ersten Regennacht Flugrost ansetzt. Welche Modelle dafür überhaupt taugen, steht im Barbecue Smoker Test, Grundlagen zum Smoken gibt es auf der Smoker-Übersicht.

Praxisbeispiel: Tepro Toronto einbrennen

Die häufigste Frage zum Tepro Toronto lautet: „Muss man den einbrennen?“ Im eigentlichen Sinn nicht. Einbrennen macht vor allem bei Schwarzstahl und unbeschichtetem Guss Sinn. Der Toronto ist aus pulverbeschichtetem Metall, eine Beschichtung ist also schon vorhanden.

Tepro schreibt in der Bedienungsanleitung trotzdem ein Vorfeuern vor: mindestens 1–2 Stunden bei 100–200 °C, die Temperatur darf dabei 260 °C nicht überschreiten. Der Deckel soll während des Vorfeuerns nicht komplett geschlossen sein, erst ganz am Ende für ein paar Minuten (anders als beim Smoker, wo der Deckel zu bleibt). Nach Anleitung heißt das: eine Kaminfüllung Holzkohle rein, Deckel einen Spalt offen, Temperatur am Deckelthermometer im Blick behalten.

Viele Toronto-Besitzer machen statt eines langen Vorfeuerns einfach ein kräftiges „Ausbrennen“: Nach dem ersten Grillabend ein paar zusätzliche Kohlen drauf, ausbrennen lassen, bis alles abgebrannt ist, danach Asche- und Rußreste mit einer Messingbürste ausbürsten. Das entfernt Produktionsreste genauso.

Meiner Meinung nach sollte man das Vorfeuern so machen, wie Tepro es beschreibt, schon wegen der Garantie. Ein Öl-Einbrennen wie beim Smoker braucht die Pulverbeschichtung nicht. Als Upgrade für den Toronto lohnt sich am ehesten ein Gussrost – den muss man dann allerdings einbrennen (siehe unten). Mehr zu den Rostvarianten steht im Artikel zum Grillrost.

Passendes Zubehör für den Toronto: tepro Abdeckhaube für den Toronto, Gussrost für den Toronto.

Grill einbrennen aus Gusseisen: Gussrost richtig vorbereiten

Ein roher, unbeschichteter Gussrost ist das Paradebeispiel für richtiges Einbrennen. Ohne Patina rostet er, und das Grillgut klebt fest. So geht es auf dem Grill:

  1. Rost mit heißem Wasser und etwas Spülmittel waschen, gründlich trocknen (am besten kurz im warmen Grill nachtrocknen).
  2. Rundum hauchdünn mit raffiniertem Raps- oder Sonnenblumenöl einreiben, auch die Unterseite, mit Küchenpapier nachwischen.
  3. Grill auf 200–250 °C bringen, Rost einlegen, Deckel zu.
  4. Etwa 45 Minuten drin lassen. Fertig ist er, wenn er nicht mehr raucht.
  5. Abkühlen lassen und das Ganze noch ein- bis zweimal wiederholen. Mit jedem Durchgang wird die Schicht dunkler und belastbarer.

Im Backofen klappt es auch: Rost dünn einölen, verkehrt herum bei 200–230 °C etwa eine Stunde einbrennen, ein Blech mit Alufolie darunter fängt Tropfen auf (Achtung – das raucht in der Küche, also Fenster auf und Dunstabzug an). Klebt der Rost danach, war es zu viel Öl oder zu wenig Hitze. Dann abwischen und mit einer dünneren Schicht noch einmal.

Emaillierte Gussroste sind etwas anderes. Die Emaille schützt das Eisen, ein Einbrennen ist nicht nötig: vorheizen, abbürsten, fertig. Wie man Guss und Emaille nach dem Grillen sauber bekommt, ohne die Patina zu ruinieren, steht in den Tipps zum Grillrost reinigen.

Weber Grill einbrennen: Kugelgrill und Gasgrill

Bei Weber ist die Antwort kurz. Die Kessel der Kugelgrills sind emailliert, die Roste je nach Modell aus beschichtetem Stahl, Edelstahl oder emailliertem Gusseisen. Nichts davon muss eingebrannt werden. Weber selbst schreibt zu den emaillierten Gussrosten, dass sie kein Einbrennen brauchen, und empfiehlt stattdessen, den Grill vor jedem Grillen 10–15 Minuten auf höchster Stufe vorzuheizen und den Rost abzubürsten.

Ein einmaliges Ausbrennen beim neuen Kugelgrill schadet trotzdem nicht: vollen Anzündkamin anzünden, Glut in den Kessel kippen, Deckel zu, Lüftungen offen, rund eine halbe Stunde ausbrennen lassen. Danach riecht nichts mehr nach Fabrik. Beim Gasgrill dasselbe: alle Brenner auf höchste Stufe, Deckel zu, etwa 20–30 Minuten (und dabei nicht weggehen). Vorher alle Gasanschlüsse auf Dichtheit prüfen.

Grill einbrennen: Deckel auf oder zu?

In den meisten Fällen zu. Beim Smoker, beim Gasgrill und beim Gussrost auf dem Grill braucht man die Hitze im Garraum, und die bleibt nur mit geschlossenem Deckel drin. Geregelt wird über die Lüftung, nicht über den Deckel. Klingt banal, aber viele reißen bei zu viel Hitze den Deckel auf – dadurch kommt mehr Sauerstoff an die Glut, und nach dem Schließen wird es erst recht heiß.

Die Ausnahme sind der Tepro Toronto und andere Grills, bei denen der Hersteller es ausdrücklich anders vorgibt. Dort bleibt der Deckel beim Vorfeuern einen Spalt offen und wird nur am Ende kurz geschlossen.

Typische Fehler beim Einbrennen

  • Zu viel Öl. Gibt eine klebrige, später abblätternde Schicht.
  • Zu heiß beim dünnen Blech. Ein Holzfeuer in der Feuerbox eines günstigen Smokers kann Lack und Blech schaden.
  • Öl auf den Außenlack. Der hitzefeste Lack braucht das nicht, es brennt nur fleckig ein.
  • Emaille oder Edelstahl „einbrennen“. Bringt nichts außer Rauch.
  • Gleich nach dem Einbrennen in den Regen stellen. Eine Abdeckhaube und ein trockener Stand helfen der frischen Schicht mehr als jeder weitere Durchgang.

Häufige Fragen

Wie lange muss man einen Grill einbrennen?

Einen Smoker aus Stahl 2–3 Stunden bei 120–150 °C, einen Gussrost zwei- bis dreimal je etwa 45 Minuten bei 200–250 °C. Emaillierte Kugelgrills und Gasgrills werden nur 20–30 Minuten ausgebrannt. Beim Tepro Toronto nennt der Hersteller mindestens 1–2 Stunden.

Welches Öl ist am besten zum Einbrennen?

Raffiniertes Rapsöl oder raffiniertes Sonnenblumenöl – günstig, geschmacksneutral und hitzefest. Kaltgepresste Öle und Olivenöl extra vergine sind dafür ungeeignet.

Bei welcher Temperatur brennt man einen Grill ein?

Smoker bei 120–150 °C, zum Schluss kurz bis etwa 200 °C. Gussroste bei 200–250 °C. Den Tepro Toronto laut Anleitung bei 100–200 °C und nie über 260 °C.

Muss man einen Weber Grill einbrennen?

Nein. Kessel und Gussroste von Weber sind emailliert, Weber empfiehlt nur 10–15 Minuten Vorheizen auf höchster Stufe und Abbürsten. Ein einmaliges Ausbrennen vor dem ersten Grillen schadet aber nicht.

Deckel auf oder zu beim Einbrennen?

Meistens zu, damit die Hitze im Garraum bleibt, geregelt wird über die Lüftung. Ausnahme: Grills wie der Tepro Toronto, bei denen der Hersteller einen Spalt offen vorschreibt.

Muss ich nach dem Einbrennen nochmal einölen?

Beim Smoker und beim Gussrost ja, nach dem Abkühlen hauchdünn. Gussroste ölt man am besten nach jedem Reinigen kurz nach, dann hält die Patina jahrelang.

Über den Autor: Haris Z.

Ich grille seit über 15 Jahren mit Holzkohle, am liebsten im Kugelgrill und im Smoker. Seit 2016 teste ich hier Grills, Kohle und Zubehör, die ich selbst gekauft und benutzt habe. Wenn etwas nichts taugt, steht das auch so da. Mehr über mich und wie ich teste.

ANMELDEN UND SPAREN - ERHALTE 1X PRO WOCHE ANGEBOTE FÜR BIS ZU -90%

Tritt über 2000 Holzkohlegrillern bei!

Nach der Anmeldung kommt eine E-Mail mit Bestätigungslink. Abmelden geht jederzeit über den Link im Newsletter. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.