Kurz-Antwort: Zum Grill reinigen mit Hausmitteln taugen vor allem drei Dinge: Hitze (Rost heiß ausbrennen und warm abbürsten), Natron als Paste oder ein aufgelöster Spülmaschinentab zum Einweichen über Nacht. Zwiebel und Kaffeesatz helfen nur bei leichten Resten, Cola und Zitrone bringen gegen Fett wenig, und Natron und Essig zusammen heben sich weitgehend gegenseitig auf. WD-40 gehört nicht auf den Grillrost.
Inhaltsverzeichnis
Hier geht es um die Frage, welche Hausmittel wirklich etwas bringen und welche nur gut klingen. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Methoden (Zeitung, Reinigungswanne, Müllsack, Asche) steht im großen Leitfaden Grillrost reinigen.
Was Hausmittel können – und was nicht
Auf einem Grillrost klebt fast immer dasselbe: Fett, Zucker aus Marinaden und Eiweiß, das sich bei hoher Hitze zu einer schwarzen Kruste verbindet. Gegen Fett hilft etwas Alkalisches (Natron, Spülmaschinentab, Asche mit Wasser), gegen die Kruste hilft Einweichen und dann Schrubben. Säuren wie Essig, Zitrone oder Cola sind gut gegen Kalk, gegen Fett aber schwach.
Das wichtigste „Hausmittel“ ist deshalb gar keines, sondern der richtige Zeitpunkt. Ein Rost, den man direkt nach dem Grillen warm abbürstet, ist in zwei Minuten sauber. Ein Rost, der eine Woche im Grill steht, braucht eine Nacht Einweichen.
Hausmittel im Überblick
| Hausmittel | Wofür | Wirkt? | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Hitze (Ausbrennen) | Fett- und Essensreste auf dem Rost | Ja, gut | Rost 15–30 Minuten über volle Glut, dann warm abbürsten |
| Natron als Paste | Eingetrocknetes Fett, Kruste | Ja, mit Einwirkzeit | Mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen |
| Spülmaschinentab in heißem Wasser | Stark verkrusteter Rost | Ja, gut | Handschuhe, gut nachspülen, nicht für Gusseisen |
| Zwiebel | Leichte Reste auf dem heißen Rost | Teilweise | Ersatz für die Bürste beim Vorheizen, keine Grundreinigung |
| Kaffeesatz | Leichte Verschmutzung | Teilweise | Wirkt nur als mildes Scheuermittel |
| Natron + Essig gemischt | „Wundermittel“ gegen alles | Kaum | Schäumt, neutralisiert sich aber selbst |
| Essig | Kalkflecken, Geruch | Gegen Fett kaum | Nicht auf Gusseisen |
| Zitrone | Leichte Verfärbungen, Geruch | Gegen Fett kaum | Nicht auf Gusseisen |
| Cola | Leichter Flugrost | Gegen Fett kaum | Klebt durch Zucker, viel Cola nötig |
| Alufolie-Knäuel | Grobe Reste | Ja, für grob | Nicht auf Emaille |
| Dampfreiniger | Rost, Gussplatte, Kessel | Ja, gut | Mit Messingbürste; Gusseisen danach trocknen und ölen |
| WD-40 | Scharniere, Räder, Schrauben | Nicht für den Rost | Kein Lebensmittelkontakt, nie auf heißen Grill |
Grillrost reinigen mit Hitze: das einfachste Hausmittel
Nach dem Grillen ist die Kohle meist noch gut heiß. Deckel zu, Lüftung auf, Rost 15–30 Minuten drauf lassen. Fett und Reste verkohlen dabei zu einer trockenen, bröseligen Schicht, die sich danach mit Bürste, Holzschaber oder Alufolie leicht abschieben lässt (Grillhandschuhe anziehen, der Rost ist heiß). Wer das nach jedem Grillen macht, braucht die meisten anderen Hausmittel gar nicht.
Vor dem nächsten Grillen dasselbe noch einmal: Rost auflegen, 10 Minuten vorheizen, kurz abbürsten, dann etwas Öl mit einem Küchentuch drüberwischen (Zange benutzen).
Grill reinigen mit Zwiebel: hilft das?
Ja, aber nur für den Alltag. Eine halbe Zwiebel auf eine Grillgabel stecken, mit der Schnittfläche über den heißen Rost reiben – fertig. Der Saft verdampft, löst leichte Reste und die Zwiebel nimmt sie mit. Das ist im Grunde dasselbe wie ein feuchtes, zusammengeknülltes Tuch, nur riecht es besser.
Gegen eine dicke, eingebrannte Kruste kommt die Zwiebel nicht an. Und dass sie den Rost „desinfiziert“, ist eher Wunschdenken. Desinfiziert wird der Rost durch die Hitze, nicht durch die Zwiebel. Als Ersatz für die Drahtbürste beim Vorheizen ist sie aber gut.
Grill reinigen mit Natron
Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist leicht alkalisch und damit tatsächlich brauchbar gegen Fett. Außerdem ist es fein körnig und scheuert ein wenig. Backpulver geht auch, enthält aber weniger Natron und dazu Stärke, wirkt also schwächer.
So geht es: Natron und Wasser etwa im Verhältnis 1:1 zu einer dicken Paste verrühren, mit Schwamm oder Pinsel auf den kalten Rost auftragen, mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen, dann mit Schwamm oder Bürste abschrubben und mit klarem Wasser abspülen. Bei einem großen Rost geht das am besten in einem Müllsack (Rost rein, Paste rein, zukleben, über Nacht liegen lassen).
Natron ist kein Wundermittel. Bei einer jahrealten Kruste braucht es mehrere Durchgänge. Für den normalen Rost nach einem Grillabend reicht es aber gut.
Grill reinigen mit Natron und Essig: Mythos
Oft wird die Frage gestellt „Natron und Essig zusammen – ist das nicht noch stärker?“ – Nein. Natron ist eine schwache Base, Essig eine Säure. Mischt man beides, schäumt es, weil Kohlendioxid entsteht (so beschreibt es auch die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich). Was übrig bleibt, ist im Wesentlichen Salzwasser. Das Schäumen sieht nach Arbeit aus, die fettlösende Wirkung des Natrons ist danach aber weitgehend weg.
Wer beides nutzen will, macht es nacheinander: zuerst Natronpaste gegen das Fett, abspülen, und Essig nur dort, wo Kalkflecken vom Leitungswasser sind.
Grill reinigen mit Essig oder Zitrone
Essig und Zitronensaft sind Säuren. Sie lösen Kalk und helfen gegen leichte Verfärbungen und Geruch, gegen Fett und Kruste bringen sie wenig. Der bekannte Tipp „Apfelessig mit Zucker auf den heißen Rost sprühen“ funktioniert vor allem deshalb halbwegs, weil der heiße Rost und das Schrubben die Arbeit machen.
Auf Gusseisen haben Essig und Zitrone nichts verloren (Säure greift die eingebrannte Schutzschicht an und das Eisen rostet danach schneller). Auf Edelstahl und Emaille kann man sie verwenden, danach aber gut mit Wasser abspülen.
Grill reinigen mit Kaffeesatz
Kaffeesatz wirkt wie ein mildes Scheuermittel. Etwas Satz mit wenig Wasser auf einen Schwamm, über den kalten Rost reiben, abspülen. Bei leichten Resten geht das, bei Kruste nicht. Eine chemische Wirkung gegen Fett hat Kaffeesatz praktisch nicht. Der Satz verteilt sich außerdem gern in jeder Ritze – also lieber draußen oder über der Spüle mit Sieb arbeiten. Wer ohnehin Kaffeesatz übrig hat, kann es probieren, extra kaufen würde man dafür nichts.
Grill reinigen mit Cola
Der Cola-Tipp hält sich hartnäckig. Cola enthält Phosphorsäure, zugelassen sind bei aromatisierten Getränken höchstens 700 mg pro Liter (Stiftung Warentest), der pH-Wert liegt um 2,5. Das reicht für leichten Flugrost, gegen Fett aber kaum. Dazu kommt der Zucker, der nach dem Bad klebt und beim nächsten Grillen karamellisiert. Und für einen Rost mit 54 cm Durchmesser braucht man mehrere Liter.
Meiner Meinung nach eher ein Mythos. Ein Spülmaschinentab in heißem Wasser kostet weniger und wirkt besser.
Grillrost mit Spülmaschinentabs oder in der Spülmaschine reinigen
Spülmaschinentabs sind stark alkalisch und für genau das gemacht: eingebranntes Fett und Eiweiß lösen. Als Einweichbad funktioniert das gut. Rost in eine Reinigungswanne oder einen stabilen Müllsack legen, 1–2 Tabs in heißem Wasser auflösen, drübergießen, über Nacht einwirken lassen, dann abschrubben und gründlich mit klarem Wasser abspülen. Handschuhe tragen (die Lauge reizt die Haut) und das Wasser nicht in den Garten kippen, sondern in den Abfluss.
Direkt in die Spülmaschine darf ein Rost nur, wenn er reinpasst und der Hersteller es erlaubt. Bei Edelstahl geht das meist. Gusseisen gehört nie in die Spülmaschine und auch nicht ins Tab-Bad, das schreibt Weber ausdrücklich so. Bei verchromten und emaillierten Rosten lieber von Hand reinigen, die Schutzschicht verträgt aggressive Reiniger auf Dauer schlecht. Welches Material man hat und wie man es pflegt, steht im Vergleich Grillrost: Edelstahl, Gusseisen oder emailliert.
Grill reinigen ohne Drahtbürste
Viele suchen nach Alternativen zur Drahtbürste, und das hat einen Grund. Von billigen Bürsten können Borsten abbrechen, am Rost hängen bleiben und mit dem Grillgut gegessen werden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat 2012 mehrere solche Fälle aus einem einzigen Krankenhaus beschrieben, zwei Patienten mussten operiert werden (CDC-Bericht). Panik muss man deshalb nicht haben, aber den Rost nach dem Bürsten kurz anschauen und abgenutzte Bürsten wegwerfen.
Alternativen ohne Drahtborsten:
- Alufolie zu einer faustgroßen Kugel knüllen, mit der Grillzange halten und über den warmen Rost reiben (nicht auf Emaille).
- Halbe Zwiebel auf der Grillgabel, für leichte Reste beim Vorheizen.
- Grillschaber aus Holz – das Holz bekommt mit der Zeit die Rillen des Rosts.
- Bürsten mit Edelstahlspirale oder Messing statt einzelner Drahtborsten.
- Feuchtes, zusammengeknülltes Küchentuch in der Zange, auf dem heißen Rost (verdampft und löst Reste).
Welche Bürsten taugen, steht im Beitrag zur Grillbürste.
Grill reinigen mit WD-40?
Für den Grillrost: nein. WD-40 ist ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und Mineralöl, also ein Schmier- und Kriechöl, kein Reiniger für Flächen, auf denen Essen liegt. Es ist außerdem brennbar und hat auf einem heißen Grill nichts verloren. Selbst der Hersteller empfiehlt das Produkt auf seiner Seite zum Thema Grill vor allem für die Außenseite und schreibt dazu: Wer es auf Grillflächen verwendet, soll sie danach mit Seife und Wasser reinigen. Dann kann man es auch gleich weglassen.
Sinnvoll ist WD-40 nur außen: quietschende Scharniere, Räder, festsitzende Schrauben oder ein leichter Rostschutz an unlackierten Metallteilen am Gestell (immer am kalten Grill).
Grill reinigen mit Dampfreiniger
Ein Dampfreiniger ist kein Hausmittel im engeren Sinn, steht aber in vielen Haushalten herum und funktioniert gut. Kärcher empfiehlt ihn für stark verschmutzte Gussplatten und Edelstahlroste, zusammen mit einer kleinen Rundbürste aus Messing (bei emaillierten Rosten eine Kunststoffbürste). Der heiße Dampf weicht Fett und Kruste auf, gelöster Schmutz wird mit einem alten Tuch abgewischt.
Am besten draußen arbeiten (es spritzt). Gusseisen danach sofort trockenwischen, kurz auf dem Grill erhitzen und dünn einölen, sonst rostet es.
Den ganzen Grill reinigen, nicht nur den Rost
Beim Holzkohlegrill reicht für den Rest meist Wasser mit etwas Spülmittel:
- Asche raus, wenn sie ganz kalt ist (am besten am nächsten Tag). Asche mit Regenwasser wird zu einer Lauge, die den Kessel angreift.
- Kohlerost und Kessel innen mit Spachtel oder Holzschaber von losen Resten befreien.
- Deckel innen: Was dort abblättert, ist in der Regel eingebranntes Fett und Ruß, nicht die Emaille. Einfach mit Spachtel und Tuch abnehmen.
- Außen: warmes Wasser, etwas Spülmittel, Mikrofasertuch. Keine Scheuermittel und keine Drahtbürste auf Emaille oder Lack.
- Alles gut trocknen lassen, bevor die Grillabdeckung drauf kommt.
Bürsten, Schaber, Reinigungswanne und was man sonst an Zubehör braucht, ist in der Übersicht Grill-Zubehör zusammengefasst.
Häufige Fragen
Welches Hausmittel hilft am besten gegen einen eingebrannten Grillrost?
Ein Einweichbad über Nacht mit 1–2 aufgelösten Spülmaschinentabs in heißem Wasser oder eine dicke Natronpaste. Danach mit Schwamm oder Bürste abschrubben und gut abspülen. Nicht für Gusseisen.
Funktioniert Grill reinigen mit Zwiebel wirklich?
Für leichte Reste auf dem heißen Rost ja, für eine Grundreinigung nein. Die Zwiebel ersetzt beim Vorheizen die Bürste, gegen dicke Kruste kommt sie nicht an.
Kann man Natron und Essig zusammen verwenden?
Man kann, es bringt aber kaum etwas. Beide neutralisieren sich, übrig bleibt im Wesentlichen Salzwasser. Besser nacheinander: Natron gegen Fett, Essig nur gegen Kalk.
Darf man den Grillrost mit WD-40 behandeln?
Nein. WD-40 ist ein Kriechöl und gehört nicht auf Flächen mit Lebensmittelkontakt und nie auf einen heißen Grill. Für Scharniere, Räder und Schrauben außen am kalten Grill ist es in Ordnung.
Darf der Grillrost in die Spülmaschine?
Edelstahl meist ja, wenn er reinpasst und der Hersteller es erlaubt. Gusseisen nie, verchromte und emaillierte Roste besser von Hand reinigen.
Wie reinigt man einen Grillrost ohne Drahtbürste?
Mit einer Kugel aus Alufolie, einem Holzschaber, einer halben Zwiebel oder einem feuchten Küchentuch in der Grillzange – jeweils auf dem heißen Rost. Für die Grundreinigung über Nacht einweichen.