Kurz-Antwort: Ein billiger Grill grillt genauso wie ein teurer: Kohle rein, durchglühen lassen, Fleisch drauf. Gespart wird bei Material, Größe und „Komfort“ (Deckel, Lüftung, Ablagen, Haltbarkeit). Unter 50 Euro bekommt man einen kleinen Grill für ein, zwei Sommer, ab etwa 80–100 Euro einen Kugelgrill, der viele Jahre hält (Stand November 2026).
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Ein richtig guter Grill kostet viel Geld. Das gilt für Holzkohlegrills, und ein guter Gasgrill kostet meist noch mehr. Wer sehr oft grillt, legt gern etwas drauf, um einen Grill mit ein paar Extras zu bekommen. Andere wollen nicht viel ausgeben, und das muss man auch nicht. Hier geht es darum, was ein billiger Grill kann, wo gespart wird und ab welchem Preis es sich lohnt.
Ist ein günstiger Grill gleich ein Billiggrill?
„Billig-Grill“ klingt für die meisten negativ, muss es aber nicht sein. Auch ein billiger Grill kann gut oder zumindest „gut genug“ sein, und wer einen Grill billig kauft, kauft nicht automatisch schlecht. Also funktionieren tut ein günstiger Grill genauso wie ein teurer. Der Unterschied liegt im Drumherum: wie dick das Blech ist, ob ein Deckel dabei ist, ob man die Hitze regeln kann und wie lange das Ganze durchhält.
Wichtiger als der Preis ist, wie man grillt. Für vier Grillabende im Jahr mit Würstel und Kotelett reicht ein einfacher Grill völlig. Wer jedes Wochenende grillt, indirekt garen will oder auch mal ein ganzes Hendl auflegt, wird mit einem Billiggrill nicht glücklich und kauft am Ende zweimal.
Worauf muss man bei einem billigen Grill verzichten?
Ein billiger Grill bietet kaum Extras und wenig „Komfort“. Typisch gespart wird hier:
- Kein Deckel: Ohne Deckel kein indirektes Grillen. Dickere Stücke werden außen schwarz, bevor sie innen gar sind.
- Keine Lüftung: Ohne Belüftungsöffnungen lässt sich die Temperatur der Glut kaum regulieren.
- Kein Thermometer: Bei Billiggrills meistens nicht vorhanden. Kein großer Verlust (Deckelthermometer sind ohnehin ungenau).
- Kleine Grillfläche: Oft passen nur 6–8 Würstel drauf.
- Keine Ablage: Kein Platz für Teller, Zange oder Grillhandschuhe.
- Kleinigkeiten: kein höhenverstellbarer Rost, keine Warmhaltefläche, wackelige Beine. Den einen stört das, dem anderen fällt es gar nicht auf.
Welche Extras man braucht, muss man selbst entscheiden. Danach richtet sich dann, wie günstig der Grill sein darf.
Was bekommt man unter 50, unter 100 und unter 200 Euro?
Grob lassen sich günstige Holzkohlegrills in drei Preisklassen einteilen (Stand November 2026):
| Preisklasse | Typische Grills | Was man bekommt | Was fehlt | Hält ungefähr |
|---|---|---|---|---|
| unter 50 Euro | Rundgrill, Tischgrill, kleiner Kugelgrill bis ca. 40 cm | kleine Grillfläche für 2 bis 3 Personen, oft verchromter Rost | meist kein Deckel oder nur ein dünner, kaum Lüftung, keine Ablage | 1 bis 2 Saisonen, je nach Pflege |
| unter 100 Euro | Kugelgrill 37 bis 47 cm von Markenherstellern, einfache Grillwagen | Deckel, Lüftungsschieber, Ascheschale, emaillierter Kessel | wenig Ablagefläche, selten Thermometer | viele Jahre, wenn er trocken steht |
| unter 200 Euro | Kugelgrill 57 cm, Grillwagen mit Deckel | große Fläche, Deckelthermometer, Ablagen, oft verstellbare Kohlewanne | bei Grillwagen meist dünneres Blech als bei Premium-Geräten | viele Jahre |

Unter 50 Euro: der Grill für ein, zwei Sommer
2019 stand hier der kleine Landmann Rundgrill um etwa 10 Euro: 34,5 cm Rost, kein Deckel, keine Ablage, kein indirektes Grillen. So sehen die meisten Grills in dieser Klasse bis heute aus. Für den gelegentlichen Grillabend reicht das. Ob er eine zweite Saison hält, hängt davon ab, wie oft er benutzt, wie er gereinigt und vor allem wie er gelagert wird. Wer nur ein, zwei Mal im Jahr grillt, kann sich auch einen Minigrill ansehen. Für den Ausflug an den See tut es zur Not ein Einweggrill (meiner Meinung nach aber wirklich nur zur Not).

Unter 100 Euro: hier wird es interessant
In dieser Klasse kommt der erste echte Sprung: ein Deckel. Damit kann man indirekt grillen und die Temperatur über die Lüftung steuern. Schon 2019 war der damalige Landmann-Kugelgrill hier die bessere Wahl als der Rundgrill: stabiler, höher gebaut und mit indirektem Grillen. Heute würde ich in dieser Klasse zu einem kleinen Weber-Kugelgrill greifen. Der emaillierte Kessel rostet nicht so schnell durch wie lackiertes Blech, und Ersatzteile gibt es auch Jahre später noch.

Unter 200 Euro: viel Grill fürs Geld
Einige werden vielleicht sagen, dass ein Grill um 100–200 Euro schon zu teuer ist. Wenn man sich aber ansieht, was man dafür bekommt, ist er das nicht. Der Tepro Toronto stand 2019 genau deshalb hier: eingebautes Thermometer, Ablagefläche, Haken fürs Grillbesteck und eine Warmhaltefläche (die man auch beim indirekten Grillen gut nutzen kann). Sein Nachfolger, der Toronto Click, liegt heute knapp unter 150 Euro. Alternativ gibt es in dieser Klasse einen 57-cm-Kugelgrill, der für 4–8 Leute reicht.
Holzkohlegrill unter 100 Euro: Worauf man beim Kauf achten sollte
Bei einem günstigen Grill sind es meist die kleinen Dinge, die ihn kaputt machen. Vor dem Kauf eines Billiggrills sollte man sich Folgendes ansehen:
- Blech drücken: Gibt die Kohleschale unter dem Daumen nach, verzieht sie sich bei Hitze. Emaille hält deutlich länger als einfacher Lack.
- Stand prüfen: Am Grill rütteln. Wackelt er im Laden schon, wackelt er mit glühender Kohle auch.
- Rost anschauen: Dünne verchromte Roste biegen sich durch und der Chrom platzt ab. Ein Ersatzrost aus Edelstahl kostet nicht viel (vorher schauen, ob es ihn in der passenden Größe gibt). Mehr dazu im Beitrag zum Grillrost.
- Lüftung: Mindestens eine Öffnung unten, beim Kugelgrill auch im Deckel. Ohne Luft keine Hitzeregelung.
- Asche: Gibt es eine Auffangschale, oder fällt die Asche direkt auf die Terrasse?
- Ersatzteile: Bei Markenherstellern lassen sich Rost, Griffe oder Ascheschale nachkaufen. Bei No-Name-Grills ist mit dem ersten kaputten Teil meist der ganze Grill hinüber.
Ausführlicher stehen die Kaufkriterien im Ratgeber Grill kaufen: Was sollte man dabei beachten?
Grill kaufen günstig: meine Empfehlungen 2026
Diese vier Holzkohlegrills sind im November 2026 bei mehreren Händlern lieferbar und decken die Preisklassen von gut 50 bis knapp 200 Euro ab. Die Preise schwanken stark, deshalb nur als Preisklasse (Stand November 2026).
| Modell | Preisklasse | Grillfläche | gut für |
|---|---|---|---|
| Weber Smokey Joe Original | um 50 bis 90 Euro | 37 cm rund | Balkon, Camping, 1 bis 3 Personen |
| Weber Compact Kettle 47 cm | um 80 bis 100 Euro | 47 cm rund | Einstieg mit Deckel, 4 bis 6 Personen (Herstellerangabe) |
| Tepro Toronto Click | um 140 Euro | 56 x 41,5 cm plus Warmhalterost | Familie, viel Ablage |
| Weber Original Kettle E-5710 | um 180 bis 250 Euro | 57 cm rund | der Klassiker für viele Jahre |
Weber Smokey Joe Original: klein, aber kein Spielzeug
Der kleine Weber hat einen 37-cm-Rost, einen emaillierten Kessel mit Deckel und wiegt knapp 4 Kilo. Für zwei, drei Leute reicht das. Weil der Deckel dicht schließt, kann man die Glut nach dem Grillen ersticken und die Restkohle beim nächsten Mal weiterverwenden. Im Angebot liegt er um 50 Euro.
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Weber Compact Kettle 47 cm: der beste Grill unter 100 Euro
Meiner Meinung nach der beste günstige Grill: 47 cm Rost, emaillierter Kessel und Deckel, Lüftungsschieber unten und oben, herausnehmbare Ascheschale und ein Dreibein mit zwei Rädern. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 100 Euro, im Handel bekommt man ihn oft um 80 Euro. Damit grillt man direkt und indirekt, und das jahrelang.
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Tepro Toronto Click: viel Ausstattung, kleiner Preis
Der Grillwagen für alle, die Ablagen und eine größere rechteckige Fläche wollen: Deckelthermometer, höhenverstellbare Kohlewanne, Warmhalterost, Ascheschale und Seitenablage mit Besteckhaken. Das Blech ist nicht so robust wie bei einem Weber-Kessel, also gehört der Grill unter eine Haube und im Winter am besten ins Trockene. Mehr zum Vorgänger im Beitrag Tepro Toronto Holzkohlegrill.
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Weber Original Kettle E-5710: wenn du gleich richtig kaufen willst
Streng genommen kein Billiggrill mehr, aber im Angebot unter 200 Euro zu haben. Der 57-cm-Kugelgrill hat ein Deckelthermometer und das One-Touch-System (ein Hebel schiebt die Asche in einen herausnehmbaren Aschebehälter). Wer ohnehin weiß, dass er viel grillen wird, spart sich damit den Umweg über den Billiggrill. Was einen guten Holzkohlegrill generell ausmacht, steht im verlinkten Ratgeber.
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So hält auch ein billiger Grill länger
Diese Punkte gelten eigentlich für alle Grills. Auch der beste und teuerste Grill überlebt nicht lange, wenn man nicht auf ihn aufpasst und ihn schlecht lagert. Beim Billiggrill fällt es nur schneller auf.
- Asche raus: Feuchte Asche frisst sich ins Blech. Nach jedem Grillen ausleeren, sobald sie kalt ist.
- Trocken lagern: Nach dem Regen nicht einfach stehen lassen. Im Winter in Keller, Garage oder Hütte.
- Nicht überladen: Kleine Grills mit dünnem Blech nicht randvoll mit Kohle füllen, die Hitze verzieht die Schale.
- Rost pflegen: Heiß abbürsten, nicht im Freien vor sich hin rosten lassen. Mehr dazu im Beitrag Grillrost reinigen.
Mein Fazit: Ab wann lohnt sich ein billiger Grill?
Ein billiger Grill lohnt sich, wenn man selten grillt, wenig Platz hat oder erst mal ausprobieren will, ob Holzkohle das Richtige ist. Bei einem Grill unter 50 Euro sollte man einplanen, dass er nach ein, zwei Sommern ersetzt wird. Wer öfter grillt, fährt mit einem Kugelgrill um 80–100 Euro besser (Deckel, Lüftung, Emaille, hält viele Jahre). Zweimal kaufen ist am Ende meistens teurer als einmal richtig kaufen.
Häufige Fragen
Taugt ein billiger Grill etwas?
Zum Grillen ja. Würstel, Koteletts und Gemüse werden auf einem 30-Euro-Grill genauso gut wie auf einem teuren. Abstriche macht man bei Haltbarkeit, Größe, Hitzeregelung und Komfort.
Welcher Holzkohlegrill ist unter 100 Euro der beste?
Meiner Meinung nach der Weber Compact Kettle mit 47 cm. Deckel, Lüftung und Ascheschale sind dabei, im Handel kostet er oft um 80 Euro (Stand November 2026).
Wie lange hält ein billiger Grill?
Ein Grill unter 50 Euro hält meist 1–2 Saisonen, je nachdem, wie oft er benutzt, gereinigt und wie er gelagert wird. Emaillierte Markengrills halten bei guter Pflege viele Jahre.
Wann kann man einen Holzkohlegrill günstig kaufen?
Am Ende der Grillsaison im Herbst räumen viele Händler ihr Sortiment ab. Im Frühjahr, wenn alle grillen wollen, sind die Preise meist höher.
Lohnt sich ein Thermometer am billigen Grill?
Ein Deckelthermometer braucht man nicht unbedingt, es misst ohnehin nur ungefähr. Sinnvoller ist ein günstiges Einstichthermometer für die Kerntemperatur (funktioniert an jedem Grill).
Ist ein Einweggrill eine Alternative zum billigen Grill?
Nur für den Ausflug. Ein Einweggrill kostet wenig, brennt aber nur kurz, ist schlecht regelbar und landet danach im Müll. Wer öfter als ein paar Mal im Jahr grillt, fährt mit einem kleinen Grill auf Dauer günstiger.